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Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH) 2017

11. – 13. Mai 2017 in Sommerhausen am Main (bei Würzburg)

Ort: Evangelisches Gemeindezentrum - Kirchplatz 9, 97286 Sommerhausen

 

Philosophische Aspekte der Nachhaltigkeitsforschung und der Humanökologie

– Wissensintegration, Menschenbild, Ethik –

Theorieangebote aus der Human- und Sozialökologie sowie daraus inspirierte Vorschläge für die Praxis können der eher pragmatisch aufgestellten Nachhaltigkeitsforschung wesentliche Impulse geben. Konzepte wie Gesellschaftliche Naturverhältnisse, Sozialer Metabolismus, Ordnungsvorschläge wie das POET-Schema[1], aber auch Vorschläge für die Einbeziehung  von Praxispartnern und lokalen Akteuren können hier beispielhaft genannt werden.

Ziel der Tagung ist es, drei wesentliche Teilaspekte mit Grundlagencharakter, die Wissensintegration, das Menschenbild sowie die Ethik etwas näher zu beleuchten, in Keynotes in die Thematik einzuführen und in Workshops intensiv zu diskutieren.

Die Probleme, denen sich die Humanökologie stellt, sind durch eine Vielzahl z.T. isoliert betrachteter, z.T. miteinander verknüpfter Einflussfaktoren charakterisiert, die in unterschiedlichen Fachdisziplinen und im Rahmen unterschiedlicher Wissenschaftsparadigmen bearbeitet werden. Um diese problembezogen aufeinander beziehen zu können, ist Wissensintegration erforderlich. Vorschläge dazu sind zu diskutieren und in ihrer Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Die Forderung nach praktizierter Transdisziplinarität ist dabei ein wichtiger Gesichtspunkt der, auch im Hinblick auf Forschungs- und Umsetzungsvorschläge, zu diskutieren ist.

Damit ist auch die Frage nach dem zugrunde liegenden Menschenbild angesprochen.  Angeknüpft werden kann hier an eine lange Tradition anthropologischer Philosophie, insbesondere im deutschsprachigen Raum, und die Rolle, die zunehmend die Berücksichtigung ökologischer Belange und Nachhaltigkeitsgesichtspunkte bei einer Neufassung des Menschenbildes spielen. Fragen sind hier z.B. die nach gesteigerten Bedürfnissen in modernen Gesellschaftsformationen, deren Veränderung sowie generell die nach der Einbettung in Gesellschaft und Gemeinschaft als grundlegendes Definitionsmerkmal.

Schließlich ist die Ethik als Zweig philosophischen Argumentierens zu berücksichtigen, im Hinblick auf Begründung und Umsetzbarkeit von Bewertungsgesichtspunkten und Handlungsempfehlungen bzw. –direktiven. Es geht dabei u.a. um Fragen wie nach der Kompatibilität individueller Lebensentwürfe und ökologischer Imperative, nach der Begründung und Verallgemeinerbarkeit von Werturteilen und dem normativen Rahmen, innerhalb dessen Problemlösungsvorschläge im Nachhaltigkeitsdiskurs diskutiert und beurteilt werden können.

Es ist geplant, mit Bezug zum Tagungsthema eine Buchpublikation zu erstellen, die durchaus auch über die in der Tagung direkt angesprochenen Fragen hinausgehend den Themenkomplex umfassender  behandelt.

 

Programm und Details finden Sie hier.


 


[1] POET: Population, Organization, Environment, Technology (Otis Duncan)