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Start Annual Conference Symposium 2018
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Symposium der

Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH)

2018


24. - 26. Mai 2018 in Sommerhausen am Main (bei Würzburg)

Transformationswissen integrieren

Wie "wirklich", "wahr" und "wirksam" ist Wissen?

Die Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH) lädt im Jahr 2018 wieder ins mittelalterliche Winzerstädtchen Sommerhausen ein, um sich dem Thema „Wissensintegration“ zu widmen.

 

Seien Sie Teil einer interdisziplinären Denkwerkstatt, eines Diskussionsforums in malerischer Kulisse im Herzen Deutschlands. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und rege Beteiligung!

 

Bitte berücksichtigen Sie, dass eine rechtzeitige Anmeldung zwingend erforderlich ist.

Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Plätze auf ca. 50 begrenzt ist.

Weitere Informationen zu Programm, Anmeldung und Tagungsort finden Sie auf den folgenden Seiten

 

Inhalt:

Die Rolle der Wissenschaft, in modernen Gesellschaften Orientierungen zu stiften, steht derzeit im öffentlichen Diskurs gehörig in Frage: Wissenschaft wird verstärkt als eine Form des Glaubens dargestellt, deren Wahrheitsgehalt als gleichwertig zu anderen Glaubensformen eingestuft wird. Auch wird der Wahrheitsanspruch der Wissenschaft durch Rückführungen auf wirtschaftliche Interessen relativiert: der Klimawandel sei eine Konstruktion politisch motivierter östlicher Wissenschaftler, die dem Westen wirtschaftlich schaden wollen. Und wenn es schon den Klimawandel gäbe, dann sei dies ein zufälliger oder zumindest eigendynamischer naturimmanenter Prozess, für den der Mensch nicht verant-wortlich sei. Und selbst wenn der Mensch teilweise mitursächlich beteiligt sei, dann könne man nichts machen oder nur technologische Lösungen finden.

In diesem Kontext müssen die wissenschaftsphilosophischen Grundfragen, wie sie seit über 50 Jahren von Habermas – „Erkenntnis und Interesse“ – und seit etwa 100 Jahren vom Wiener Kreis zum „Logischen Aufbau der Welt“ aufgeworfenen wurden, neu gestellt werden. Der heute vorherrschende Sozial-konstruktivismus (Gergen) und methodologische Anarchismus (Feyerabend) bedarf grundlegender Korrektive.
Grundlegend fragt sich, ob es in der Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie tragfähige Perspektiven der (interdisziplinären) Wissensintegration gibt, die auf die Fragestellungen in den Umweltwissenschaften anwendbar sind. Gerade dieser Bereich betont ja auch die Bedeutung der Transdisziplinarität der Wissensproduktion. Wie valide, sensitiv, spezifisch und reliabel ist also wissenschaftliche Wissensproduktion? Genügt es, über umfassende High-Tech-Daten, wie beispielsweise über Big Data, die „Wirklichkeit“ abzubilden und danach Steuerungspolitiken auszurichten („Smart Cities“)?

Diese Anfragen an eine Epistemologie und Wissenschaftstheorie der Umweltforschung müssen angesichts der Vielfalt der Krisen unserer Umwelt genauer beleuchtet werden.
Denn wie kann eine „große Transformation“, die nötig erscheint, gelingen? Dieses Projekt erfordert offensichtlich vernetztes handlungsrelevantes Wissen auf allen gesellschaftlichen Ebenen und Bereichen, in akademischen wie auch alltagspraktischen Formen. Ökologische Ziele sind dabei neben ökonomischen und sozialen Zielen aufeinander bezogen zu verfolgen und ihre kausale Verwobenheit zu beachten. Auf diese Weise sollen die Bedürfnisse der folgenden Generationen für ein „gutes“ Leben noch befriedigt werden können.
Mehrere Praxisprojekte zur nachhaltigen Entwicklung liegen bereits vor. Es fragt sich: Zeigen diese – durchaus positiven – regionalen transdisziplinären Projekte eine „gute“ Wissensintegration? Und wenn ja, warum?

Somit ergeben sich für eine transformative Wissenschaft grundlegendere Fragen:

  • Wo gibt es konzeptuell und methodisch die größten Probleme der Wissensintegration? Wie gelingt die Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie und jener zwischen Natur- und Sozialwissenschaften? Was sind konsistente und praxisrelevante Lösungsvorschläge?
  • Wie gelingt die Einbindung praktischen/ethischen Wissens? Wie lassen sich die im Alltagsbewusstsein beobachtbaren Werturteile hinsichtlich der „gesellschaftlichen Natur-Verhältnisse“ auch theoretisch begründen? Wie behindern Machtverhältnisse die Wissensintegration?
  • Was hält die Menschen von der stärkeren Umsetzung des Nachhaltigkeitswissens in die Lebenspraxis ab?

Auf der Tagung soll dieser Thematik mit Keynotes und Vertiefungsworkshops nachgegangen werden.